Weg der Visionen

Weg der Visionen

Der Meditationsweg «Weg der Visionen» führt von Flüeli-Ranft nach Sachseln auf dem Bruderklausenweg Wanderweg Nr. 571 (Jakobsweg Nr. 4).

Sechs Metallplastiken des Obwaldner Künstlers André Bucher laden zur Betrachtung von fünf Visionen des Niklaus von Flüe und einem Erlebnis seiner Frau Dorothee Wyss ein. Der Wanderweg ist auch Meditationsweg. Er beginnt beim Geburtshaus in Flüeli-Ranft und endet am Grab von Bruder Klaus der Pfarrkirche Sachseln.
Der Weg wurde 1991 zum Jubiläum ‘700 Jahre Schweizerische Eidgenossenschaft’ eingeweiht; er ist frei zugänglich.

Höhenunterschied: 240 Meter
Geh-Zeit im Abstieg: 45 Minuten
Geh-Zeit im Aufstieg: 60 Minuten

Gönnen Sie sich die Zeit für Stille und Betrachtung in der freien Natur.

Route

 Die einzelnen Visionen

Vision 1: Vision im Mutterschoss

Stein – Stern – Heiliges Öl

Niklaus von Flüe sieht bereits im Mutterschoss Zeichen, die ihm den Weg weisen.

Das heilige Öl macht ihn aufmerksam auf die königliche Berufung, die ihm in der Taufe zuteil wird.

Ein Stein mahnt ihn, treu und zuverlässig zu werden – eine klar umrissene, feste Persönlichkeit.

Ein Stern, der in die Welt leuchtet, zeigt ihm eine Aufgab, die an Bedeutung gewinnen wird: Er soll Menschen leuchten und Orientierung geben.

Vision 2: Vision des Sechzenjährigen

Ein hoher schöner Turm

Der sechzehnjährige Niklaus sieht einen hohen Turm an der Stelle, wo er später als Einsiedler lebt.

Ein Turm, verankert im Boden weist zum Himmel. Wie der Turm will Niklaus von Flüe unten und oben – Erde mit Himmel – verbinden. Diese Sehnsucht nach dem ‘Einig Wesen’ prägt sein Leben.

Niklaus überwindet die Abhängigkeit von Dingen durch fasten; er sucht die Stille, um nachzudenken und zu beten; er geht seinen Weg, auch gegen Widerstände. Er gibt Gott das Liebste: Familie, Hof und Heimat.

Vision 3: Vision der drei Männer

Entscheidung des jungen Mannes

Niklaus begegnet drei wohlgestalteten Männern, dem Sinnbild des Dreifaltigen Gottes, und entscheidet sich, fortan restlos Gott zu dienen.

Einer der Männer fragt: ‘Gibst du dich in unsere Gewalt?’ Seine Antwort: ‘Niemand ergebe ich mich als dem Allmächtigen Gott. Ihm diene ich aus ganzem Herzen’.

Die Männer freuen sich, einer spricht: ‘Gott wird dich erlösen, wenn du 70 Jahre erreicht hast. Halte tapfer durch. Dann werde ich dir im ewigen Leben die Bärenklaue geben, das Zeichen des Sieges.

Vision 4: Brunnenvision

Er selbst war der Tabernakel

Niklaus sieht auf einem Platz viele Menschen, die arbeiten und doch mausarm sind. Daneben steht ein Tabernakel, die Türen sind offen. Er geht hinein und sieht einen Brunnen, aus dem drei Flüsse mit Wein, Öl und Honig fliessen.

Niklaus geht wieder hinaus und schaut was die Menschen tun: einige haben einen Zaun gezogen und verlangen von jedem einen Pfennig, der passieren will, andere arbeiten. Alle jagen dem Geld nach und bleiben doch arm.

Niemand geht zur Quelle, um zu schöpfen. Da erkennt Niklaus, dass er selber dieser Tabernakel ist.

Vision 5: Vision der Danksagung

Der Vater, Maria und der Sohn danken

Niklaus hat das Leiden Christi betrachtet, legt sich schlafen und findet sich unvermittelt in einem Palast.

Eine Stimme sagt: ‘Hier ist jener, der deinen Sohn getragen und geboren hat und ihm zu Hilfe gekommen ist in Not. Danke ihm dafür’. Ein stattlicher Mann kommt auf Niklaus zu und dankt ihm.

Darauf kommt eine Frau auf ihn zu und dankt ihm ebenfalls, dass er ihrem Sohn so treu beigestanden hat in Not.

Schliesslich sieht Niklaus den Sohn neben sich, auch er bedankt sich, dass er ihm in Not geholfen hat.

Das ist Gottes Antwort auf die Leidensbetrachtung von Niklaus: Gottvater, Maria und der Sohn danken ihm.

Vision 6: Österliches Erlebnis von Dorothee

Dorothee am Grab ihres Mannes

Visionen ziehen sich durch das Leben von Niklaus. Dorothee geht mit, auch wenn sie nicht alles versteht. Nach seinem Tod wird auch ihr eine Vision geschenkt.

Am Grab ihres Mannes tröstete sie ein Bote, er habe Niklaus in strahlendem Glanz auf dem Flüeli-Felsen gesehen, in der Hand die Siegesfahne mit der Bärenklaue, als Zeichen der Vollendung. Die Stand-festigkeit des Starken habe gesiegt.

So vernimmt Dorothee als erste die österliche Botschaft und erlebt Niklaus im göttlichen Glanz.

Begleiteter Spaziergang/Führung:
Luzia Maria Ledergerber, lml@herzbiografie.ch, +41 (0)79 364 05 92