Politiker im Obwaldnerland

Schon vor der Heirat ist Niklaus in öffentliche Ämter hineingewachsen. Denn er ist angesehen unter den Mitbürgern. Sie übertragen ihm richterliche Aufgaben. In Urkunden erwähnt wird Niklaus in einem Prozess der Sachsler gegen den eigenen Pfarrer und als Vertreter Obwaldens in einem Streit zwischen dem Kloster Engelberg und der Pfarrei Stans. Später gehört er dem "Kleinen Rat" an, der politischen und richterlichen Führung von Obwalden. Das höchste Amt im Lande, die Würde des Landammanns, trug er nie. Er gibt keine verlässlichen Quellen, dass es ihm angeboten wurde, er es aber abgelehnt habe. Wie Niklaus seine politische Verantwortung sieht und wahrnimmt, sagte er einmal einem Pilger im Ranft: "Ich war mächtig in Gericht und Rat, ja auch in den Regierungsgeschäften meines Vaterlandes. Dennoch erinnere ich mich nicht, irgend jemand bevorzugt zu haben, so dass ich vom Pfade der Gerechtigkeit abgewichen wäre".

Die öffentlichen Ämter bringen nicht nur Ehre, sondern auch Last. Niklaus muss gegen den Druck des Landesüblichen seinen eigenen Weg suchen und gehen. Üble Machenschaften widersprechen seinem feinen Gerechtigkeitsempfinden. So kann er als Richter einmal ein parteiisches Urteil von bestochenen Richtern nicht verhindern. Und als Ratsherr muss er zusehen, wie zweifelhafte Gestalten um des schnöden Geldes willen ins Landrecht aufgenommen werden. Nichts hält Niklaus ab, weiterhin nach dem "Einig Wesen" zu suchen. Doch mehr und mehr zweifelt er an seinen Möglichkeiten und Fähigkeiten.

Gedruckt am 25.9.2017 / www.bruderklaus.com

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